Sappeurzug Wevelinghoven

1927 wurde der Sappeurzug Wevelinghoven von sieben heimatverbundenen Männern ins Leben gerufen. Es waren: Hubert Göbbels,Bernhard Kiese, Hupa Gless, Fritz Jansen, Heinrich Schmitz, Engelbert Schmitz und Theo Ingesang. Letzterer verstarb 1932, für ihn kam Josef Kremer in den Zug. Ab 1932 übernahm der Flügelleutnant Hubert Göbbels als Hauptmann die Führung des Vereins.Als dann 1949 – nach dem großen Völkermord; die ersten Schützen durch Wevelinghoven zogen, waren wiederum sieben Sappeure an der Spitze des Regiments. Da nur zwei Sappeure der alten Garde den Krieg überlebten, wurde der Zug mit sechs neuen jungen, heimattreuen Männern ergänzt.
Der alte Hauptmann hatte keine passende Uniform mehr (130,0 kg), so musste der Flügelleutnant Bernhard Kiese die Stelle als Hauptmann ausfüllen. 1950 übernahm dann der Sohn von Hubert Göbbels, Toni Göbbels, die Führung des Zuges und damit die Hauptmannswürde. Zum 30. Jubiläumsorgte der Sappeur Paul Neukirchen für Glanz und Gloria, in dem er die Regiments-Königswürde errang (1957). In diesem Jahr entwarf Toni Göbbels die Standarte des Corps, gestiftet wurde sie vom Schützenkönig Paul Neukirchen. In diesem Jahr wurde Hubert Göbbels zum Major befördert, da er aber nicht mehr laufen konnte nahm er in der Ehrenkutsche sitzend am Heimatfest teil. Im Jahre 1958 nach dem Tod von Hubert Göbbels wurde Hauptmann Toni Göbbels zum Major gewählt und vom Regiment auch bestätigt. 1965 wurde die erste Schwenkfahne angeschafft. Zwei Jahre später –zum 40. Jubiläum - erhielt das Sappeurcorps die Erlaubnis, das Wevelinghovener Stadtwappen am Uniformärmel zu tragen. Die ersten 2 Pioniersägen wurden 1968 durch die Straßen getragen.
1976 wurden die Vorbereitungen zum 50. Jubiläum getroffen. Drei Königsbewerber waren an die Regimentsvogelstange getreten (Toni Göbbels, Dieter Meerkamp und Werner Schmidt). Der Glücklichste hatte die Ehre, das Corps beim Jubiläum zu repräsentieren. Wie sicher jeder weiß war es Werner Schmidt. 1977 wurde auch beschlossen, bei der jetzigen Größe des Corps würde eine 2. Schwenkfahne gut zu Gesicht stehen. Zu sehen oben auf dem Bild rechts und links in der hinteren Reihe. Die beiden Fahnenschwenker waren Willi und Peter Panzer. Mit nunmehr 44 Marschierenden rangen die Auftritte der „Königsblauen“ den Zuschauern größte Achtung und spontanen Beifall ab. Zu dieser Zeit wurde das stattliche Corps auch häufig zu Umzügen in die nähere Umgebung, ja sogar ins Ausland „ausgeliehen“. Im Jahre 1979 wurde Bodo Krause zu unserem Spieß gewählt, welches Amt er noch bis heute inne hat und sehr gnadenlos ausführt. Ihm entgeht keine Sünde und kein Sünder!!!!!! 1981 wurde unser Geschäftsführer Ernst Zeschin im BSV Regimentsspieß und bekleidete diesen Posten bis ins hohe Alter von 80 Jahren. Als er 2005 von dem Posten zurück trat wurde er mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet, die er vorher schon bei den Sappeuren, später auch noch im BSV erhielt. Auch sollte hier nicht unerwähnt bleiben, dass er 1949 mit einer der ersten Streiter war, die unseren Zug nach dem Krieg wieder ins Leben riefen.1988 trat unser langjähriger Major Toni Göbbels aus gesundheitlichen Gründen von dem aktiven Auftreten auf der Straße zurück und übergab die Zugführung an den Hauptmann Detlef Göbbels, bis 1994 leitete er aber noch die Geschicke des Corps im Hintergrund bis er auch dieses 1994 aufgab und als Dank für seine Leistungen im Corps zum Ehrenmajor ernannt wurde.
Und heute noch wird das Andenken des am 27.09.1999 verstorbenen Toni Göbbels hoch gehalten. Im Jahr 1998 wurde wieder einer Aus unseren Reihen zu Höherem berufen, es war Helmut Zeschin die 2.Generation nach seinem Vater Ernst. Helmut wurde bei der Jahreshauptversammlung der Grenadiere zum Grenadiermajor gewählt. Dieses Amt füllte er mit sehr Großem Erfolg aus, bis er anno 2007 aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen in unsere Reihen zurückkehrte. Der nächste Wechsel in der Zugführung lag am 30.09.2000 an, als unser damaliger Hauptmann bei der turnusmäßigen Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen erklärte, er stehe nicht mehr für dieses Amt zur Verfügung. Hier ist ein riesiger Kreis geschlossen: drei Generationen Göbbels leiteten innerhalb von 73 Jahren die Geschicke der Wevelinghovener Sappeure. Seit dem Tag leitet Kurt Brings mit sehr großem Engagement und Erfolg die Geschicke unseres Corpsund bezieht zur Freude aller auch den Anhang der Sappeure mit in das Vereinsleben ein. So arrangierte er bereits 2001 einen zünftigen Familientag an der Allrather Grillhütte, welcher ob seines großen Erfolges jedes Jahr wiederholt wird. Das 75 jährige Jubiläum wurde 2002 im kleinen Kreis mit einem Ausflug mit den Frauen an einem Wochenende gefeiert. Bei aller Disziplin auf der Straße, wir wissen auch zu Feiern. Der Sappeurzug (wie er sich aufgrund der gesunkenen Mitgliederzahlen seit neuestem wieder nennt) ist nunmehr eine „nur“ noch 12 Mann starke, aber eingeschworene Gemeinschaft, in welcher der Begriff „Kameradschaft“ noch viel zählt. Interessanterweise stechen die Wevelinghovener Sappeure durch ihren Familiensinn hervor: nicht nur drei Generationen der Familie Göbbels bevölkerten den Zug. Auch der Sohn des Gründers, Reinhold Kiese (der 72jährige wird von allen liebevoll „Opa“ genannt, und Leutnant ander Standarte) bildet mit Sohn Norbert (Leutnant an der Standarte und Geschäftsführer) und Schwiegersohn Roland Lackmann ( Adjutant des Grenadiermajors seit 2007 ) ein festes Gespann. Wozu hier noch zu sagen wäre Norbert Kiese (3 Generation) war vor seinem Vater Reinhold (2. Generation) bei den Sappeuren aktiv, was wohl ein Novum bleiben wird. Schlussendlich sind neben Volker Weißwange auch dessen Stiefsöhne Fabian und Michael Kunert mit von der Partie. So etwas nennt man wohl „angewandten Familiensinn“! Zum Schluss sollten die Frauen bzw. Lebensgefährtinnen der Sappeure nicht unerwähnt bleiben. Sie garantieren mit viel Mühe, Arbeit und Umsicht, dass sie ihre Männer bei öffentlichen Auftritten ordentlich und wie aus dem Ei gepellt bedenkenlos „zur Schau stellen“ können.

