Hilfe fürs Kapellchen
Brudermeister Hans-Jürgen Burbach (2.v.r.) vor dem Kapellchen mit Annemarie Köllen (2.v.r.) und dem Ehepaar Helga und Albert Dworschak. NGZ-Foto: H. Jazyk
Hilfe fürs Kapellchen
Grevenbroich (NGZ) Annemarie Köllen hat 30 Jahre das Marien-Kapellchen in Langwaden gepflegt. Nun übernimmt die Marianische Bruderschaft die Patenschaft über das Bethaus.
Gut 30 Jahre lang hat Annemarie Köllen die Marienkapelle an der St.-Bernhard-Straße in Schuss gehalten. Die 73-Jährige war die gute Seele des Gotteshauses. Regelmäßig frisch durchwischen, die Fenster putzen, die Spinnweben von den Wänden fegen – alles Ehrensache für die engagierte Langwadenerin. Nach drei Jahrzehnten hat sie diese Arbeit nun in andere Hände gelegt: Helga (70) und Albert Dworschak (69) übernehmen jetzt die Pflege des Kapellchens, das in ihrer direkten Nachbarschaft liegt. Zeitgleich hat das Gebäude einen neuen Paten gefunden: die Marianische Bruderschaft aus Wevelinghoven unter der Leitung von Hans-Jürgen Burbach (54).
"Die Arbeit hat mir immer viel Spaß gemacht", erzählt Annemarie Köllen, die in ihrer Freizeit gerne töpfert. Und das hat ihre Spuren in der Kapelle hinterlassen: Die 73-Jährige sorgte nämlich nicht nur für Sauberkeit, sondern auch für die Dekoration. Die Keramik-Putten, die in dem Gebäude zu sehen sind, stammen allesamt aus ihrer Werkstatt. "Und die bleiben dort auch in Zukunft stehen", sagt Brudermeister Burbach.
Die Kapelle wurde zum Anfang des 20. Jahrhunderts von der Langwadener Familie Plück gestiftet – aus Dankbarkeit für das heil aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrte Oberhaupt der Sippe. Die Landwirte hatten ohnehin von jeher eine enge Beziehung zum katholischen Glauben. "Im Wevelinghovener Pfarrarchiv bin ich auf eine Urkunde von 1741 gestoßen, in der die Familie Plück als Mitglied unserer Marianischen Bruderschaft verzeichnet war", berichtet Hans-Jürgen Burbach. Seinerzeit gehörten die Langwadener zu den drei Hauptspendern der Sternen-Monstranz, die heute in der St.-Martinus-Kirche gehütet wird. Was den Brudermeister freut: Nach 269 Jahren übernehmen "seine" Marianer nun die Obhut über die von der Spender-Familie gebaute Kapelle.
Und sie haben dort einiges vor. "Bisher war das Gebäude geschlossen. Wir werden die Kapelle künftig mindestens viermal im Jahr öffnen – zu unserem Bußgang im Februar, zu einem Marienfest im Mai, an Fronleichnam und am Kirmes-sonntag", erklärt Burbach. Zudem will die 500 Jahre alte Bruderschaft für eine neue Muttergottes-Figur sorgen. Denn die Statue, die heute in der Kapelle zu sehen ist, zeigt nicht etwa die Madonna, sondern Maria Magdalena. "Das werden wir ändern", sagt der Brudermeister.
Das Ehepaar Dworschak hat sich vorgenommen, das kleine Gotteshaus künftig öfter für Interessierte zu öffnen. "Wer die Kapelle von Innen betrachten möchte, ist herzlich willkommen", sagt Albert Dworschak. Seine Adresse: St.-Bernhard-Straße 33. Einmal klingeln reicht.
Quelle: NGZ