50 Jahre Auf und Davon
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Am Samstag feierte der Grenadierzug „Auf und Davon" mit rund 40 geladenen Gästen aus Politik und aus dem Bürger-Schützen-Vereins Wevelinghoven auf dem Gelände des Hauses Helmut Skiba sein 50-jähriges Bestehen. Der Zug hat gänzlich wie den Gästen bereits mitgeteilt auf Gratulationsgeschenke verzichtet und um eine Geldspende gebeten. Mit diesen Spenden wird der Zug am 6. Juni ein gemeinsames Sommerfest mit den geistig behinderten Menschen des „Hauses Burg" in Wevelinghoven feiern. Unter der Schirmherrschaft des amtierenden Zugkönigs Herbert Düttmann wird das Sommerfest unter das Motto „Feste feiern und Freunde finden" gestellt.
Nach Abzug der Unkosten für das Fest werden die übrig gebliebenen Spendengelder zuzüglich einer Spende des Zuges der Einrichtungsleiterin Monika Brand überreicht. Es war dem Zug ein besonderes anliegen die Bewohner des „Hauses Burg" in Wevelinghoven in seine Jubiläums Feierlichkeiten einzubeziehen. Die Mitglieder des Zuges finden es schade, mit ansehen zu müssen, dass gerade in der heutigen Zeit, wo bis auf wenige ausnahmen Gleichberechtigung, Meinungsfreiheit, Hautfarbe und Völkerverständigung kein Thema mehr sind, die behinderten Menschen aber immer noch ein zum Teil so genanntes „Schattendasein" führen müssen, nur weil sie anders sind und nicht in die von der Gesellschaft aufgestellte Norm passen.
Die Vorbereitungen für das Sommerfest sind bereits abgeschlossen und die Zugmitglieder sind davon überzeugt, dass es einige schöne und unvergessene Stunden für alle Beteiligten werden. Und noch eins: Um auch der Jugend „Kameradschaft" und „Tradition" näher zu bringen wurden erstmals im Jahre 2005 drei Jungs im Alter von acht bis elf Jahren eingeladen im Grenadierzug „Auf und Davon" aktiv am Wevelinghovener Schützenfest teilzunehmen. Seit diesem Zeitpunkt sind sie ein fester Bestandteil des Zuges.
Mit anderen Worten: Der Grenadierzug „Auf und Davon" macht deutlich, wofür Schützen-Tradition heutzutage stehen sollte.
Zugführer Wolfgang Kahlich: „Es sind nicht nur die Vorurteile behinderter Menschen gegenüber, viele in unserer Gesellschaft haben auch Angst oder sind unsicher im Umgang mit diesen Menschen und fragen sich, wie gehe ich mit ihnen um, wie verhalte ich mich, in wieweit können diese Menschen gefordert werden. Aber all diese Fragen können in einem klärenden Gespräch mit den Betreuern der Einrichtung aus der Welt geschafft werden". Der Zug kann nur hoffen, dass möglichst viele Vereine diesem Beispiel folgen, denn gerade Menschen mit Behinderungen erfordern ein erhöhtes Maß an Anerkennung. Sie freuen sich über jeden Anlass, einmal dem Alltagstrott zu entrinnen, Freunde zu finden und ein paar sorglose Stunden verbringen zu können.

vordere Reihe: Bild von links nach rechts:
Heinz-Dieter Beier (Schriftführer, Spieß), Markus Krings (Fahnenoffizier), Herbert Düttmann (Grenadier), Denis Röger (Fahnenoffizier), Heinz Kames (Flügelleutnant Ehrenrat im BSV Wevelinghoven), Sven Röger (Grenadier), Sascha Bielefeld (Gast,Grenadier),
hintere Reihe: Bild von links nach rechts:
Wolfgang Kahlich (Zugführer), Bernd Esser (Kassenwart, Grenadier), Uwe Büttgenbach (Grenadier), Jörg Seraphin (Grenadier), Walter Gelven (Grenadier), Peter Buchberger (Grenadier), Helmut Skiba (Grenadier), Elmar Röger (Grenadier)



