Mit der Kanone zum Wasserwerk
Wasserprobleme gab es beim Schützenfest nur angesichts des zeitweilig starken Regens, der letztlich dazu führte, dass das „Freiluftprogramm“ ein wenig gestrafft werden musste.
Nicht beeindrucken lassen, wie Rudolf Broens, der Präsident des Bürger-Schützen-Vereins jetzt anlässlich der Krönung von Peter und Anne Schmitz zum neuen Königspaar und der Verabschiedung ihrer Vorgänger Herbert und Margret Schumacher erklärte. Bei einer etwaigen Absage des Schützenfestes wären nämlich „alle Schützen mit ihren Fähnchen und der Kanone zum Wasserwerk gefahren um eine Pipeline mit Brunnenwasser zum Zelt zu legen“, versicherte Broens in seiner teilweise als Rapport an den verstorbenen Ehrenpräsidenten Hilmar Krüll gestalteten Rede. Vor dem Thronwechsel ließ er noch einmal die Höhepunkte der vergangenen Tage Revue passieren, zu denen insbesondere der – aus dem Verkauf von BSV-Fähnchen finanzierte – Auftritt der Fantastic Fanfares zählte, der das Publikum zu Begeisterungsstürmen hinriss. Auch Bürgermeister
Dr. Axel Prümm würdigte er für seine an allen Festtagen gezeigte Präsenz: Beim samstäglichen Fackelzug war der Bürgermeister sogar selbst mitmarschiert und zwar in den Reihen der Marianischen Bruderschaft. Während des Fests hätten sich die Schützen „bestens verstanden“, berichtete der BSV-Präsident. Andernfalls hätte er sich die Hilfe des bisherigen Königs und Fußball-Schiedsrichters Herbert Schumacher verlassen können, der mit seiner australischen Fox-Hochton Pfeife schon für die nötige Disziplin gesorgt hätte, zeigte sich Broens überzeugt.Das neue Königspaar Peter und Anne Schmitz zog vor 16 Jahren nach Wevelinghoven, wo die beiden schnell heimisch wurden. Der Fackelzug 1991 war die erste Berührung mit dem örtlichen Schützenwesen und schon ein Jahr später zog der König selbst beim Jägerzug „Erftschützen“ mit. Im Jahr 2000 wurde der 61-jährige als Nachfolger von Peter Füßer Zugführer der „Erftschützen“. Der Drang zum Königsamt war bei ihm keine bloß momentane Stimmung: Bereits 2006 trat Peter Schmitz zum Vogelschuss an, unterlag seinerzeit jedoch Herbert Schumacher nur knapp. Das größte Hobby von Peter und Anne Schmitz ist das Kegeln: Drei Klubs gehören die beiden an, wobei der seit 2005 pensionierte Elektrotechniker einmal im Monat mit ehemaligen Kollegen in Wuppertal eine ruhige Kugel schiebt. Grundsätzlich ist der gebürtigen Westfälin Anne Schmitz in des der Niederrhein lieber als das Bergische Land, seien die Menschen doch hier viel zugänglicher. Dem scheidenden Königspaar Herbert
und Margret Schumacher, das sich bereits am Montag vom Regiment verabschiedet hatte, attestierte Rudolf Broens, sich würdig „in die Reihen vieler verehrter Königspaare“ Oldieseinzureihen, da auch die, keine Mühen scheuten, die mit dem Amt des Königspaars verbunden sind, aber auch die Freuden genossen, die Würde des Schützenkönigspaars mit sich bringt.“ nbsp;
Quelle Neuß-Grevenbroicher-Zeitung (S.M.) vom 23.08.2007